• Ein normales Ankommen in Indien

    Posted on Februar 11, 2013 by in Backpacking

    Pahar Ganj, Delhi, Indien

    Das war eine ungute Taxi fahrt, mitten in der Nacht gegen 2.00 vom Flughafen in das Stadtzentrum. Die Straßen sind hier besser als ich dachte und verdammt breit, kein Wunder das der Fahrer so auf das Gas tritt. Paranoide Gedanken rasen durch meinen Verstand: Bringt er mich dort hin wo ich will, hat er mich verstanden oder schlimmer sogar werde ich ein Opfer eines Verbrechens? Ich denke es geht allen die das erste mal in Indien ankommen.
    Keine 30 min nach der Abfahrt vom Indira Ghandi Internationalen Flughafen bleibt das Taxi vor meinem schon gebuchten Hotel stehen. Fast schon blendend hell ist der Name zu lesen – Anoop Guesthouse – abgesehen von der kleinen Wolke an Stechmücken und anderen Insekten, die das Licht um schwirren. Die Worte eines Freundes hallen durch meinen Kopf:“ Hab immer ein Moskitonetz bei dir“, ein Rat für den ich jetzt schon dankbar bin. Zum Glück habe ich schon vor der Abfahrt am Flughafen bei diesem „Pre Paid“ Taxischalter den Fahrer gezahlt und erspare mir somit weiteres verhandeln.
    Nun aber bitte in das ersehnte Bett und erst mal ausstrecken um etwas Ruhe zu bekommen. Komischerweise habe ich gedacht, das Delhi eine wilde laute Stadt ist aber um diese Zeit ist es eher totenstill und nur die Gerüche von Chlor, verbrannten Plastik und irgendetwas was ich nicht zuordnen kann, reizen meine Sinne.
    Ich muss eingeschlafen sein, denn nun gesellen sich zu den Düften, diese Geräusche – ach ja ich bin in Indien -  dämmert es mir. Mit einem Jetlag von ein paar Stunden bewege mich langsam raus ins Freie.
    OK! Das siehst so ganz anderes aus wie ich angekommen bin. Die damals leere Straße ist nun gefüllt mit Menschen, Mopeds und Tieren aller Art. All diese neuen Eindrücke kann ich ohne etwas zu essen nicht verarbeiten. Meine Augen wandern nur links nach rechts um einen geeigneten Platz zu finden – mich kurz niederzulassen – damit ich dem Wahnsinn kurz entkomme. Was war nochmal der Name dieser Dhaba (ind. Kleines Restaurant)?; ach ja Sonus Dhaba. Es sitzen ein paar andere Touristen darin, ergo ein Zeichen dafür das dieser Platz nicht zu schlecht sein kann. Zu meinem Leidwesen wird es mit den Gerüchen  nicht besser, eher im Gegenteil. Die Räucherstäbchen vermischen sich auf eine interessante weise mit dem Bratfett und dem Tabak Rauch der langhaarigen jung Hippies.
    All diese leicht störenden olfaktorischen Eindrücke haben, nichts desto trotz, in keinster weise mein Essen beeinflusst, nein eher sogar unterstützt.
    Immer mehr komme ich nun in Besitzt meiner vollen Kräfte und beschließe nun die berühmt berüchtigte Einkaufsstraße Delhis zu erkunden. Die Fortbewegung zu Fuß ist langsam aber dennoch bin ich so schneller wie mancher, der auf einer Rikscha oder sogar Motorrad sitzt. Die Endlos vielen freudigen Aufforderungen von Verkäufern in ihre kleinen Shops zu kommen – um etwas zu einem einmaligen Preis zu kaufen – kann einem schnell auf die Nerven gehen.
    Aber am Ende dieser Wahnsinns Straße erwartet einem der New Delhi Bahnhof, was für mich persönlich ein Lichtblick gibt, da ich nun weiß das ich jederzeit in den Zug steigen kann und von hier wegkomme, auch mit dem Wissen das ich wieder hier zurückkehren werde.

    Um Pahar Ganj führt kein Weg herum.

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